Wie wohl alle Buchmenschen habe auch ich meine Kindheit weitgehend lesend verbracht (natürlich nicht nur). Die Geschichten von Michael Ende, Joan Aiken, Karl May, Astrid Lindgren, Arthur Conan Doyle und vielen anderen haben dabei für zahllose Stunden Faszination und Begeisterung gesorgt und ganz nebenbei den Grundstein gelegt für anspruchsvolle Syntax und einen umfassenden Wortschatz.
Irgendwann kam auch das Schreiben dazu, erst durch mein Studium der Kulturgeschichte Osteuropas, Neueren Geschichte und Hispanistik, dann auch privat, zuletzt der Einstieg in das Korrekturlesen und Lektorat. Die intensive Auseinandersetzung mit eigenen Texten, denen von anderen und dem Schreibprozess selbst hat über viele Jahre eine intuitive Herangehensweise geformt in Verbindung mit dem sachlichen Wissen über Orthografie und der Erfahrung zu den nötigen Vorgehensweisen.
Gibt es vieles, das persönlicher ist als das eigene Schreiben? Wohl kaum. Das ist mir bewusst, und deshalb achte ich darauf, so viel wie nötig und zugleich so wenig wie möglich in einen Text einzugreifen. Ich versuche, Geist und Ausdruck aufzunehmen und im Einklang damit letzte Unstimmigkeiten zu glätten. Es geht nicht darum, meine Vorlieben einzuarbeiten, sondern darum, den Text, so wie er ist und bleiben soll, zu optimieren und sein volles Potenzial herauszuarbeiten.
Aus Liebe zum schönen Text.
